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                         update 20. Februar 08

     

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Flugtechnik - Dynamisch fliegen - wo und wie?

Um Dynamic Soaring auszuprobieren, muß man natürlich erstmal wissen, wo und wie das geht ........ entsprechende Videos anschauen hilft sicher zumindest beim wie  -  allerdings  -  wo man fliegen kann, ist da schon schwieriger.......

Wir haben natürlich für uns geeignete Stellen gesucht für verschiedene Windrichtungen - hier meine/unsere Erfahrungen - damit jeder "seinen" DS-Hang finden kann - eine kleine DSsertation..........

1. Eine Stelle für DS suchen:

  • ein vorgelagerter Hang (der darf so auftriebsschwach sein, daß Hangflug kaum möglich ist - ein guter Hang geht natürlich auch)
  • auf dem höchsten Punkt des Hanges sollte ein mehr oder weniger scharfer Grat ausgebildet sein, günstig wären durchaus Bäume auf oder direkt vor dem Grat; sehr wichtig ist dabei, daß dieser Baumstreifen je nach Steigung nicht so breit ist! Bäume erzeugen eine sehr starke Turbulenz, ein größerer Wald vor dem Grat macht DS-Fliegen unmöglich - es sein denn, dieser Wald liegt 50 oder 100 m tiefer als der Grat.
  • Ein ggf. vorgelagerter Baumstreifen sollte möglichst winddicht sein.
  • Bäume hinter dem Grat sind überhaupt nicht gut - der Leewirbel kann sich nicht ungestört bis zum Grat bewegen, zwischen Luv und Lee ist zuviel Abstand; eigene Erfahrung: da steht man hoffnungsvoll auf einer Lee-Wiese, schaut über die sich bewegenden Bäume in Richtung Wind; ein ordentlicher Rückenwind zeugt von einem starken Leewirbel - und es geht trotzdem nicht! Ich konnte es nicht glauben, vorn war bestimmt Windstärke 4 - 5,  ........ mit einem Gummi den Opus hochgeschossen - und nichts geht! Zu viele Wirbel, der Opus wird ausgebremst; man hörte es auch richtig - erst der Gegenwind wie immer - dann allerdings ein langer Weg durch sehr turbulente Luft, dann der Leebereich, und wieder hoch durch die vielleicht 10 m breiten Turbulenzen - das klappt nicht! Bei einem gut funktionierenden Grat fliegt man vielleicht nur durch 1 oder 2 m breite Turbulenzen - das geht. Dann ist der Energiegewinn größer als der Gesamtwiderstand. Werf mal trockenes Gras in die Luft oder die "Fallschirme" einer Pusteblume - dann sieht man den Leewirbel recht gut.  An die Senderantenne gehört ein Wollfaden, so daß man immer sieht, von wo der Wind kommt, meist hat der Rückenwind auch eine Seitenwindkomponente - mehr dazu weiter unten
  • vor dem Hang sollte der Wind möglichst wenig Hindernisse haben wie Wälder, Städte, Berge - am besten ist deshalb ein über 5, 10 oder 20 km ansteigendes Gelände! Ein noch so toller DS-Hang mit "Parker Mountain-Grat"  wird mit einem vorgelagerten, um 50 m höheren Berg in 2 km Entfernung nicht funktionieren
  • am besten geht DS bei Wetter ohne Thermik - die Luft ist laminar und ruhiger! Kühlere Luft geht besser als 35 Grad im Schatten - da ist eh der nächste Badesee die bessere Idee! Minus 10 Grad geht auch - nur das Modell sollte nicht einschlagen - sonst passiert das: tschüss Blade; 2 m dicker Neuschnee und ein Bernhardiner wären dagegen ideal.....
  • ein Grat sollte so lang wie möglich sein, bei einer Länge von 50 m und bei ansonsten offenen Seiten geht nur eine ganz bestimmte Windrichtung, sonst wird der Grat stark umströmt, und es geht nicht gut oder gar nicht mehr
  • günstig wäre natürlich ein gebogener Grat bzw. Baumreihe, so daß der Wind weder von links noch von rechts herumkommt - dann funktioniert diese Stelle auch bei schräg auf den Hang treffendem Wind - Glück gehabt!
  • die meisten werden keinen Grat finden, auf dem man oben stehen kann und dann ins Lee fliegt, so wie Dietmar Metz (Video DS mit V-Ultra); wie hoch darf aber eine Baumreihe samt Grat/Hügel vor einem sein? Braucht man eine F3B-Winde??  Ich denke, das macht keinen Sinn. Für ein exaktes Fliegen muß man das Modell vernünftig sehen können. Eine Überhöhung von ca. 50 m über der Startstelle ist vielleicht ein Maximum - und da muß man auch erstmal das Modell hinbekommen, denn 50 m über den Grat sollte das Modell dann schon geschossen werden, ergibt 100 m ab Startstelle - geht per Flitsche: Ingo mit dem Verschleissteil - Video; eine Überhöhung von 10 oder 15 m reicht aber oftmals völlig aus - insbesondere, wenn die Leewiese leicht  nach hinten abfällt und alle anderen Bedingungen günstig sind
  • die Entfernung des Piloten von dem Grat ist je nach erwarteter bzw. erflogener Geschwindigkeit sehr unterschiedlich - man fliegt sehr viel weiter ins Lee bei hoher Geschwindigkeit, durchaus 100 oder 150 m hinter dem Grat! Das Modell soll sich ja ca. 80 % der Zeit im Lee befinden und nur kurz ins Luv in den Wind fliegen, daher der große Abstand! Wenn das aber ein Limit findet, weil hinten kein Platz mehr ist, dann hilft nur noch ein kleineres Modell, welches kleinere Kreise fliegen kann. An unserem Mini-Hügel ist Jens mit der DS-Eclipse wohl schon im Grenzbereich für diese Stelle - kein Platz mehr hinter uns - da ist auch ein Wald! Hier ein Video - Jens mit 290km/h am Minihügel
  • .........doch noch nicht im Grenzbereich .......... Jens mit dem DS-Caracho fliegt auch enge Kreise - und schnell dabei.........Jens mit 298 km/h am Minihügel - mit dem Caracho - 3,10 m Spannweite......!!
  • Steinbrüche können auch interessant sein -  auch ohne vorgelagerte Überhöhung ist es einen Versuch wert; mit dem Gummi auf Höhe schießen und dann in die Tiefe tauchen, wenn es nicht geht ........ frühzeitig landen......oder klettern ..........
  • helfen beim Suchen können natürlich auch Landkarten - am schönsten solche wie die TOP50 CDs von den Landesvermessungsämtern, die neuen Versionen können einen Höhenschnitt legen - schon mal interessant für eine Vorauswahl. Ob dann dort ein Acker oder eine Wiese, ob da Kühe, Pferde oder jede Menge vereinzelter Sräucher oder Zäune sind - das macht es halt spannend!

2. Darf man hier fliegen??

  • Es gilt, sich immer gut zu informieren, ob da nicht irgendwo andere Modellflieger (Frequenzen), Drachenflieger, ein Segelflugplatz  etc. in der Nähe sind. Sollte klar sein, den Bauern zu fragen, ob man auf die Wiese gehen darf. Freundliche Worte wirken Wunder!  Sich mit dem Bauern oder Jagdpächter anzulegen führt immer zum gleichen Ergebnis!
  • In Naturschutzgebieten ist oftmals Modellflug verboten. Nicht selten wird aber Segelflug geduldet. Wer dann versucht, z.B. Greifvögel und andere Tiere regelrecht zu jagen,  gehört meines Erachtens in eine Kindergarten-Krabbelgruppe oder sonstwohin!
  • Eine Versicherung, die auch außerhalb von Modellflugplätzen gilt, ist natürlich zwingende Voraussetzung. Es gilt eine Obergrenze von 5 kg für Modellsegler - ein schwereres Modell ist NICHT versichert! Ansonsten gültige Info bei der jeweiligen Versicherung oder Verband einholen.

     

3. Fliegen ....... unten stehend im Lee ......
  • als Anfangsflieger geht ein normaler Segler in der Größe von 1,50 m bis 2,0 m, stabil sollte er schon sein
  • wessen Modell - aus Sichtgrenze angestochen - ein schnelles Abfangen aushält, der kann eigentlich auch DS damit üben´bis ca. 200 km/h - denn beim Anstechen wird auch schnell die 200 km/h-Grenze erreicht
  • den Flieger auf Höhe bringen per Gummiflitsche oder durch Aufwind am Hang - so ca. 50 m bis 150 m - und dann kann man halt ins Lee herunterfliegen und dann wieder nach oben ............. das war es schon ........ kein Geheimnis...........!
  • naja - wenn man die gleiche Höhe wieder bekommt - schon mal ein gutes Zeichen ...... wenn nicht, nochmal etwas später  testen ...............
  • wie wäre es dann mit 2 Kreisen? Übermäßig tief fliegen sollte man aber nicht ........... auch nicht allzu dicht, eher seitlich an einem vorbei fliegen und / oder den Standpunkt ausreichend weit hinten im Lee suchen; behält das Modell die Geschwindigkeit? Klasse!
  • Windstille oder Rückenwind sind ein gutes Zeichen (Wollfaden an die Antenne machen!)
  • leichter Seitenwind dabei ist kein Problem - starker Seitenwind macht das Fliegen schwieriger und gefährlicher; falls dieser starke Seitenwind nur kurzfristig besteht - einfach in den Hangaufwind fliegen und abwarten; starker Seitenwind ist ein Zeichen stärkerer Umströmung des Grates - nicht so gut; vielleicht eine andere Stelle suchen, wo weniger Seitenwind herrscht
  • ob es besser geht, links herum oder rechts herum zu kreisen - das muß man ausprobieren
  • Vorlieben - ob links herum oder rechts herum? Man sollte erstmal so fliegen, wie man sich sicher fühlt
  • so rund wie möglich fliegen mit möglichst wenig Querruderkorrekturen; möglichst immer an der gleichen Stelle flache Kreise fliegen - nicht übertrieben tief fliegen im Lee - über die Bäume dagegen so flach wie es geht (aber Achtung, Springbäume!!) ......... hier habe ich es schon einigermaßen richtig gemacht ........ Video mit dem SRTL bis zu 323 km/h.
  • wer lange oben im Gegenwind bleibt, fliegt langsamer und dadurch sicherer
  • wer im Gegenwind früh wendet, wird schneller ............ unten im Lee bitte aber immer noch rund fliegen!
  • im Gegenwind bekommt das Modell einen Energieschub - das kann man sehen!
  • Im Lee .......... gibt es manchmal einen gewaltigen, unerwarteten Energieschub - der kommt fast unsichtbar und verleiht dem Modell eine gigantische Beschleunigung - nicht so nah an sich heranfliegen!!!!!!!!!!! Weiter nach hinten oder seitlich hinstellen! (woher kommt diese Energie .... :  im Lee ist ja Rückenwind - das gibt  dem Modell  - genau wie oben der normale Gegenwind -  einen Schub!)
  • wenn es immer schwächer wird durch abnehmenden Wind - früh genug in den Hang fliegen, damit man es zur Landestelle schafft
  • falls man im Lee landen muß - das ist meist deutlich schwieriger - dann hilft einem eine Seitenwindkomponente - in diese Richtung dann landen; meist muß man im Lee schneller einfliegen und mit höherer Geschwindigkeit landen als sonst gewohnt;  durch die Wirbel wechselt schnell die Windrichtung, es droht unvermittelt ein Strömungsabriss ....!

 

weiter demnächst

............ be save - fly fast!