Um Dynamic Soaring auszuprobieren, muß man natürlich
erstmal wissen, wo und wie das geht ........ entsprechende
Videos anschauen hilft sicher zumindest
beim wie - allerdings - wo man fliegen kann, ist da
schon schwieriger.......
Wir haben natürlich für uns geeignete Stellen gesucht für
verschiedene Windrichtungen - hier meine/unsere Erfahrungen - damit jeder
"seinen" DS-Hang finden kann - eine kleine DSsertation..........
1. Eine Stelle für DS suchen:
ein vorgelagerter Hang (der darf so auftriebsschwach
sein, daß Hangflug kaum möglich ist - ein guter Hang geht natürlich auch)
auf dem höchsten Punkt des Hanges sollte ein mehr oder
weniger scharfer Grat ausgebildet sein, günstig wären durchaus Bäume auf oder
direkt vor dem Grat; sehr wichtig ist dabei, daß dieser Baumstreifen je
nach Steigung nicht so breit ist! Bäume erzeugen eine sehr starke Turbulenz,
ein größerer Wald vor dem Grat macht DS-Fliegen unmöglich - es sein denn,
dieser Wald liegt 50 oder 100 m tiefer als der Grat.
Ein ggf. vorgelagerter Baumstreifen sollte möglichst
winddicht sein.
Bäume hinter dem Grat sind überhaupt nicht gut -
der Leewirbel kann sich nicht ungestört bis zum Grat bewegen, zwischen Luv und
Lee ist zuviel Abstand; eigene Erfahrung: da steht man hoffnungsvoll auf
einer Lee-Wiese, schaut über die sich bewegenden Bäume in Richtung Wind; ein ordentlicher
Rückenwind zeugt von einem starken Leewirbel - und es geht trotzdem nicht! Ich
konnte es nicht glauben, vorn war bestimmt Windstärke 4 - 5, ........ mit einem Gummi den Opus hochgeschossen - und nichts
geht! Zu viele Wirbel, der Opus wird ausgebremst; man hörte es auch richtig -
erst der Gegenwind wie immer - dann allerdings ein langer Weg durch sehr
turbulente Luft, dann der Leebereich, und wieder hoch durch die vielleicht 10
m breiten Turbulenzen - das klappt nicht! Bei einem gut funktionierenden Grat
fliegt man vielleicht nur durch 1 oder 2 m breite Turbulenzen - das geht. Dann
ist der Energiegewinn größer als der Gesamtwiderstand. Werf
mal trockenes Gras in die Luft oder die "Fallschirme" einer Pusteblume -
dann sieht man den Leewirbel recht gut. An die Senderantenne gehört ein
Wollfaden, so daß man immer sieht, von wo der Wind kommt, meist hat der
Rückenwind auch eine Seitenwindkomponente - mehr dazu weiter unten
vor dem Hang sollte der Wind möglichst wenig
Hindernisse haben wie Wälder, Städte, Berge - am besten ist deshalb ein
über 5, 10 oder 20 km ansteigendes Gelände! Ein noch so toller DS-Hang mit
"Parker Mountain-Grat" wird mit einem vorgelagerten, um 50 m höheren
Berg in 2 km Entfernung nicht funktionieren
am besten geht DS bei Wetter ohne Thermik - die Luft
ist laminar und ruhiger! Kühlere Luft geht besser als 35 Grad im Schatten - da
ist eh der nächste Badesee die bessere Idee! Minus 10 Grad geht auch - nur das
Modell sollte nicht einschlagen - sonst passiert das:
tschüss Blade; 2 m dicker
Neuschnee und ein Bernhardiner wären dagegen ideal.....
ein Grat sollte so lang wie möglich sein, bei einer
Länge von 50 m und bei ansonsten offenen Seiten geht nur eine ganz
bestimmte Windrichtung, sonst wird der Grat stark umströmt, und es geht nicht
gut oder gar nicht mehr
günstig wäre natürlich ein gebogener Grat bzw.
Baumreihe, so daß der Wind weder von links noch von rechts herumkommt - dann funktioniert diese Stelle auch bei schräg auf den Hang
treffendem Wind - Glück gehabt!
die meisten werden keinen Grat finden, auf dem man oben
stehen kann und dann ins Lee fliegt, so wie Dietmar Metz
(Video DS mit
V-Ultra); wie hoch darf aber eine Baumreihe samt Grat/Hügel vor einem
sein? Braucht man eine F3B-Winde?? Ich denke, das macht keinen Sinn. Für
ein exaktes Fliegen muß man das Modell vernünftig sehen können. Eine
Überhöhung von ca. 50 m über der Startstelle ist vielleicht ein Maximum - und
da muß man auch erstmal das Modell hinbekommen, denn 50 m über den Grat sollte
das Modell dann schon geschossen werden, ergibt 100 m ab Startstelle - geht
per Flitsche:
Ingo mit dem Verschleissteil - Video; eine Überhöhung von 10 oder 15 m
reicht aber oftmals völlig aus - insbesondere, wenn die Leewiese leicht
nach hinten abfällt und alle anderen Bedingungen günstig sind
die Entfernung des Piloten von dem Grat ist je nach
erwarteter bzw. erflogener Geschwindigkeit sehr unterschiedlich - man fliegt
sehr viel weiter ins Lee bei hoher Geschwindigkeit, durchaus 100 oder 150 m
hinter dem Grat! Das Modell soll sich ja ca. 80 % der Zeit im Lee befinden und
nur kurz ins Luv in den Wind fliegen, daher der große Abstand! Wenn das aber
ein Limit findet, weil hinten kein Platz mehr ist, dann hilft nur noch ein
kleineres Modell, welches kleinere Kreise fliegen kann. An unserem Mini-Hügel
ist Jens mit der DS-Eclipse wohl schon im Grenzbereich für diese Stelle - kein
Platz mehr hinter uns - da ist auch ein Wald! Hier ein Video -
Jens mit 290km/h am
Minihügel
Steinbrüche können auch interessant sein - auch
ohne vorgelagerte Überhöhung ist es einen Versuch wert; mit dem Gummi auf Höhe
schießen und dann in die Tiefe tauchen, wenn es nicht geht ........ frühzeitig
landen......oder klettern ..........
helfen beim Suchen können natürlich auch Landkarten -
am schönsten solche wie die TOP50 CDs von den Landesvermessungsämtern,
die neuen Versionen können einen Höhenschnitt legen - schon mal interessant
für eine Vorauswahl. Ob dann dort ein Acker oder eine Wiese, ob da Kühe,
Pferde oder jede Menge vereinzelter Sräucher oder Zäune sind - das macht es
halt spannend!
2. Darf man hier fliegen??
Es gilt, sich immer gut zu informieren, ob da nicht
irgendwo andere Modellflieger (Frequenzen), Drachenflieger, ein Segelflugplatz
etc. in der Nähe sind. Sollte klar sein, den Bauern zu fragen, ob man auf die
Wiese gehen darf. Freundliche Worte wirken Wunder! Sich mit dem Bauern
oder Jagdpächter anzulegen führt immer zum gleichen Ergebnis!
In Naturschutzgebieten ist oftmals Modellflug verboten.
Nicht selten wird aber Segelflug geduldet. Wer dann versucht, z.B. Greifvögel
und andere Tiere regelrecht zu jagen, gehört meines Erachtens in eine
Kindergarten-Krabbelgruppe oder sonstwohin!
Eine Versicherung, die auch außerhalb von
Modellflugplätzen gilt, ist natürlich zwingende Voraussetzung. Es gilt eine
Obergrenze von 5 kg für Modellsegler - ein schwereres Modell ist NICHT
versichert! Ansonsten gültige Info bei der jeweiligen Versicherung oder
Verband einholen.
3. Fliegen
....... unten stehend im Lee ......
als Anfangsflieger geht ein normaler Segler in der Größe von 1,50 m bis
2,0 m, stabil sollte er schon sein
wessen Modell - aus Sichtgrenze angestochen - ein schnelles Abfangen
aushält, der kann eigentlich auch DS damit üben´bis ca. 200 km/h - denn beim
Anstechen wird auch schnell die 200 km/h-Grenze erreicht
den Flieger auf Höhe bringen per Gummiflitsche oder durch Aufwind am Hang
- so ca. 50 m bis 150 m - und dann kann man halt ins Lee herunterfliegen und
dann wieder nach oben ............. das war es schon ........ kein
Geheimnis...........!
naja - wenn man die gleiche Höhe wieder bekommt - schon mal ein gutes
Zeichen ...... wenn nicht, nochmal etwas später testen ...............
wie wäre es dann mit 2 Kreisen? Übermäßig tief fliegen sollte man aber
nicht ........... auch nicht allzu dicht, eher seitlich an einem vorbei
fliegen und / oder den Standpunkt ausreichend weit hinten im Lee suchen;
behält das Modell die Geschwindigkeit? Klasse!
Windstille oder Rückenwind sind ein gutes Zeichen (Wollfaden an die
Antenne machen!)
leichter Seitenwind dabei ist kein Problem - starker Seitenwind macht das
Fliegen schwieriger und gefährlicher; falls dieser starke Seitenwind nur
kurzfristig besteht - einfach in den Hangaufwind fliegen und abwarten; starker
Seitenwind ist ein Zeichen stärkerer Umströmung des Grates - nicht so gut;
vielleicht eine andere Stelle suchen, wo weniger Seitenwind herrscht
ob es besser geht, links herum oder rechts herum zu kreisen - das muß man
ausprobieren
Vorlieben - ob links herum oder rechts herum? Man sollte erstmal so
fliegen, wie man sich sicher fühlt
so rund wie möglich fliegen mit möglichst wenig Querruderkorrekturen;
möglichst immer an der gleichen Stelle flache Kreise fliegen - nicht
übertrieben tief fliegen im Lee - über die Bäume dagegen so flach wie es geht
(aber Achtung, Springbäume!!) ......... hier habe ich es schon einigermaßen
richtig gemacht ........
Video mit dem SRTL bis zu 323 km/h.
wer lange oben im Gegenwind bleibt, fliegt langsamer und dadurch sicherer
wer im Gegenwind früh wendet, wird schneller ............ unten im Lee
bitte aber immer noch rund fliegen!
im Gegenwind bekommt das Modell einen Energieschub - das kann man sehen!
Im Lee .......... gibt es manchmal einen gewaltigen, unerwarteten
Energieschub - der kommt fast unsichtbar und verleiht dem Modell eine
gigantische Beschleunigung - nicht so nah an sich heranfliegen!!!!!!!!!!!
Weiter nach hinten oder seitlich hinstellen! (woher kommt diese Energie .... :
im Lee ist ja Rückenwind - das gibt dem Modell - genau wie oben
der normale Gegenwind - einen Schub!)
wenn es immer schwächer wird durch abnehmenden Wind - früh genug in den
Hang fliegen, damit man es zur Landestelle schafft
falls man im Lee landen muß - das ist meist deutlich schwieriger - dann
hilft einem eine Seitenwindkomponente - in diese Richtung dann landen; meist
muß man im Lee schneller einfliegen und mit höherer Geschwindigkeit landen als
sonst gewohnt; durch die Wirbel wechselt schnell die Windrichtung, es
droht unvermittelt ein Strömungsabriss ....!