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Am 24.02.2008 bin ich
mit meiner Freundin und meinem Focus im Gepäck in den Urlaub nach
Lanzarote geflogen. Es sollte in erster Linie ein normaler Urlaub
(Sonne, Strand, Sehenswürdigkeiten usw.) werden, daher stand das
Modellfliegen nicht im Vordergrund und deshalb habe ich auch "nur"
meinen Focus mitgenommen. Den kann ich noch sehr unkompliziert diagonal
in meinem Koffer verstauen. Das ganze Zubehör wie Sender, Ladegerät und
etwas Kleinkram habe ich ebenfalls im Koffer transportiert. So ist ein
evtl. Abhandenkommen des Koffers zwar sehr teuer, aber somit gehe ich
jeglichen Problemen den Sender im Handgepäck mitzunehmen aus dem Weg -
wobei das in den meisten mir bekannten Fällen auch geklappt hat. Bei
mir ist jedenfalls alles gutgegangen und die gesamte Ausrüstung ist
heile
auf Lanzarote angekommen, leider jedoch nicht alles heile wieder zurück
nach Deutschland, aber das hat andere Gründe... ;-)
Wir
waren für eine Woche auf Lanzarote und hatten für die gesamte
Zeit
einen Mietwagen zur Verfügung (einen kleinen Smart
ForFour, mit
knapp über 100,- Euro Miete sehr günstig). So waren wir die ganze Zeit
mobil und konnten in Ruhe und selbstständig die Insel erkunden. Ich
habe natürlich von der ersten Minute an nach geeigneten Flughängen
Ausschau gehalten...
Famara:
Unsere Route führte uns am ersten
Tag in den Norden der Insel, wo von Famara bis zur nördlichen Spitze
eine beeindruckende "Steilküste" mit Höhen zwischen 300 und 600m
verläuft.

    
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Ganz im Norden führt eine Straße
direkt an der Kante entlang
und man hat einen fantastischen Ausblick.
Leider
passte an diesem Tag (und auch die gesamte Woche, die wir auf der Insel
waren)
die Windrichtung für diese erstklassigen Hänge nicht. Hier werden
Windrichtungen um W bis NW benötigt, bei uns blies die ganze Woche Wind
aus
Nord bis Nordost.
Die Startstelle, an der bei entsprechendem Wind oft geflogen wird,
liegt im
Süden dieser langen Kante. Man erreicht sie, wenn man von Teguise nach
Haria fährt und kurz bevor die Straße serpentinenartig ins Tal nach
Haria führt links auf einen gut geteerten Feldweg einbiegt. Nach ca.
2km steht man an der Kante und kann das Modell direkt aus dem
Kofferraum herauswerfen.
Das
ist für die
Verhältnisse auf Lanzarote sehr selten. Häufig muss man noch
eine
mäßige Wanderung unternehmen um den Startpunkt zu erreichen.
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Eine Google-Earth-Markierung der Startstelle könnt ihr hier downloaden:
farmara.kmz
(Rechtsklick: Speichern Unter...)
Monte Corona:
Da
die Windrichtung für Famara nicht passte, haben
wir auf dem Weg zurück von "Mirador del Rio" (Aussichtspunkt im Norden
der Insel auf die Nachbarinsel La Graciosa) nach Haria noch an dem
Monte Corona gehalten. Der Monte Corona ist mit 600m der höchste Vulkan
auf Lanzarote. Hier kann man ganz in der Nähe eines kleinen
Parkplatzes an der Straße bei Nordwind schön Fliegen und vor allem
Landen. Die Überhöhung beträgt zwar nur etwa 60m, aber die geschwungene
Geländeform und der Monte Corona in östlicher Richtung bildet eine Düse
aus, in der die Luft stark beschleunigt nach oben gezwungen wird.
Leider hat meine Freundin, die hier ihre ersten Versuche beim Filmen
von Modellflugzeugen gemacht hat, den Flieger kaum aufs Band bekommen,
daher gibt es kein Video. Dank Google-Earth kann ich euch aber ein paar
Eindrücke der Stelle zeigen. Für einen kurzen Abstecher ist diese
Stelle bei Nordwind auf jeden Fall zu empfehlen. Auf dem folgenden Bild
sieht man die Startstelle auf der rechten Seite des Berges:

 
Eine Google-Earth-Markierung der Startstelle könnt ihr hier
downloaden: monte_corona.kmz
(Rechtsklick: Speichern Unter...)
Müllkippe
(zwischen San Bartolomé und Tahiche):
Als
Müllkippe dient auf Lanzarote der Krater eines Vulkanes. Man kann ihn,
wenn man von San Bartolomé nach Tahiche fährt, nicht verfehlen. Er
liegt
auf der rechten Seite der Straße und man erkennt ihn an dem Zaun oben
am Grat entlang. Außerdem flogen dort (als wir da waren) hunderte von
Möwen herum. Diese segeln in Schwärmen im Hangaufwind und zeigen gleich
die Seite, an der es trägt (man kann hier bei fast allen Windrichtungen
fliegen). Die Möwen flogen aber so hoch, dass ich problemlos unter
ihnen bleiben konnte. Hier hat meine Freundin ihr zweites Video
gedreht,
von dem ich auch schon ein paar Szenen verwenden konnte (das dritte
Video war dann richtig gut... siehe weiter unten). Man könnte hier
auch sicher prima DS-Fliegen, doch leider steht genau auf dem Grat ein
Zaun (ich war mir nicht sicher, inwieweit der den Sender abschirmt -
man steht ja davor...) und außerdem flogen im Lee (über dem Müll) auch
hunderte Möwen herum, daher war mir das Risiko zu hoch.
 
Kurzes
Video vom Fliegen
an der Müllkippe: lanzarote_02.08_2.wmv (11,4 MB
Rechtsklick: Speichern Unter...)
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Eine Google-Earth-Markierung der
Startstelle könnt ihr hier downloaden:
muellkippe.kmz (Rechtsklick:
Speichern Unter...)
Monte Guatisea:
Nachdem
wir es uns am zweiten Tag unseres Urlaubs vom späten
Vormittag bis über den Mittag an den traumhaften Papagayo Stränden
(siehe Bild rechts) ganz
im Süden der Insel bequem gemacht haben, wollte ich am Nachmittag gerne
wieder ein wenig Modellfliegen.
Auf dem Weg von Uga nach San Bartolomé fiel mir auf der rechten Seite
der Straße ein U-förmig geöffneter Vulkan auf, der scheinbar genau
richtig für die aktuelle Windrichtung schien. Über ein paar geteerte
Feldwege erreichen wir den Fuss des Berges, wo wir unser Auto
abstellten. Während des Aufstieges entlang des Grates musste ich
einiges an Überzeugungsarbeit leisten, warum wir gerade hier hoch
müssen und ob wir nicht wieder an die Müllkippe fahren können... Es
war für meine Freundin in ihren Turnschuhen bei den 4-5 Windstärken
aber auch nicht ganz alltäglich und obwohl wir die "leichte Tour"
entlang des Grates gewählt haben, gibt es doch einige steile und recht
steinige Stücke, wo man schon aufpassen muss, wo man hintritt. Den
direkten Weg, z.B. hinten im Lee, geht man ohne spezielle
Ausrüstung nicht einfach hoch, dafür ist es definitv zu steil.
Oben
angekommen wurden wir (oder eher ich...) aber entlohnt: Der Wind kam
wirklich direkt von vorne in die Düse herein und verhieß tollen
Auftrieb und das Lee war erstklassig ausgebildet: Auf der Kuppe fünf
Schritte in Richtung Lee und man steht in fast absoluter Windstille.
Ein Teil des Videos ist auch von hier aus gefilmt, man hört kaum noch
Windgeräusche und hört den Focus schön pfeifen, was wenige Schritte
weiter vorne von den Windgeräuschen vollständig übertönt wurde.
Ans Landen mochte man aber bei den Gegebenheiten und dem sehr steinigen
Untergrund nicht so recht denken... Aber das kommt ja bekanntlich auch
erst zum Schluss und so kann man ja erstmal in Ruhe fliegen - und das
hat wirklich Spaß gemacht (siehe Video unten). Beim DS'en musste ich
recht große Kreise fliegen, da ich den Focus |
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sonst
sicher zerstört hätte. Dafür ist er
aber auch nicht
gemacht. Trotzdem bin ich immer wieder begeistert, wie allroundfähig
der
Focus ist und wie viel er trotz seines geringen Gewichts aushält. Am
Ende meines Fluges musste er diese Nehmerqualitäten auch mal wieder zu
Beweis stellen: Ich bin im Landeanflug durch Unachtsamkeit ein paar
Meter zu weit nach hinten ins Lee gekommen: In dem schlagartig
windstillen Bereich ist der Focus natürlich sofort durchgesackt und auf
die Nase gefallen. Fazit: Verbinder gebrochen und ein WK-Servogetriebe
kaputt. Das wars also mit Modellfliegen in diesem Urlaub. Ich glaube
einer von uns Zweien hat sich insgeheim gefreut, auch wenn ihr
"Aufschrei" im Video recht mitfühlend wirkt... ;-)

  
   
   
Eine Google-Earth-Markierung der Startstelle könnt ihr hier downloaden:
monte_guatisea.kmz (Rechtsklick:
Speichern Unter...)
Durch
diese kleine, aber gemeine Beschädigung (denn es gab keine Ersatzteile)
hatte es sich mit dem Modellfliegen schon am zweiten Tag erledigt.
Trotzdem sind wir noch viel auf der Insel herumgefahren (was bei 85ct
pro Liter Benzin ja auch richtig Spaß macht) und ich habe auch
weiterhin die Augen nach Hängen offengehalten: Es gibt eigentlich an
jeder Ecke befliegbare Stellen und auch für jede Windrichtung. Leider
sind die meisten jedoch nicht mit dem Auto erreichbar und setzen schon
eine kleinere Wanderung voraus, außerdem sind die
Landebedingungen in aller Regel schlecht bis sehr
schlecht. Hier müsste man
vielleicht ein Fangnetz aufbauen... ;-) Dann könnte man hier auch
mal mit stabilen Modellen richtig schnelles DS Fliegen. Das Gelände ist
dafür auf jeden Fall geeignet, aber ohne ein Netz, oder andere
Hilfsmittel bringt man ein DS-Modell mit einer Flächenbelastung
jenseits der 90g/dm² hier nicht sicher 'runter. Zumindest habe
ich
keine solche Stellen gesehen - wenn jemand hier etwas anderes kennt,
bitte e-Mail schreiben oder sich im Forum melden.
Modellflugplatz:
Der
Modellflugplatz auf Lanzarote befindet sich direkt an der Straße
zwischen San Bartolomé und Teguise. Er verfügt über eine sehr gute
Hartbahn und hier werden, so wurde mir berichtet, auch große Modelle
sowie Jets geflogen. Wir sind während unseres Urlaubes zweimal daran
vorbeigekommen, haben aber niemanden angetroffen. Recht interessant ist
der Platz auch für Hangflieger, denn an dem kleinen "Häuschen" war ein
Zettel mit der aktuellen Windvorhersage angeschlagen. Ob dies immer der
Fall ist, weiß ich allerdings nicht.
     
Eine
Google-Earth-Markierung des Modellflugplatzes könnt ihr hier
downloaden: modellflugplatz.kmz (Rechtsklick:
Speichern Unter...)
Alle,
die überlegen, beim nächsten Lanzarote-Urlaub ein Modell
mitzunehmen, kann ich jedenfalls nur ermutigen - es lohnt sich!
Wer nicht so sicher im Fliegen ist, oder kein Risiko beim
Landen
eingehen will, vielleicht besser was aus EPP. Viel Spaß!
Jaromir
Ufer
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