www.dynamic-soaring.de

     

                         update 16. Juni 09

     

home     Videos     Modelle     Stories     Profile     Bauberichte     Flugtechnik     links     Forum     DS-Speeds     Impressum     Datenschutz

 

       

 

Übersicht Stories

30    DS-Fliegen in Kalifornien, USA

 

Tipp: Verweilt der Mauszeiger über einem Bild gibt es eine kurze Beschreibung.


Nach einem Praktikum in den USA bin ich ein paar Wochen durch das Land gereist: Bei dieser Gelegenheit wollte ich es mir nicht nehmen lassen, die amerikanischen DS-Piloten an ihren fantastischen Hängen zu besuchen. John Buxton lud mich ein, ein paar Tage bei ihm zu wohnen und mit ihm fliegen zu gehen. Ich hatte als Rucksacktourist natürlich keine Modelle dabei (schon gar nicht ein schweres DS-Modell) - aber John bot mir an, seine Modelle zu fliegen. Angefangen mit dem EPP-Nurflügel "JW" und wenn ich ihn überzeugt habe, dass ich fliegen kann, auch wertvollere Modelle.
Meine USA-Reise begann ich in San Francisco, dort kam ich abends am 1. März (ein Sonntag) an. Nach Besichtigung dieser tollen Stadt, war geplant, am Freitag zu John zu fahren, der in Bakersfield (zwischen San Francisco und Los Angeles) wohnt. Bei guten Flugwetter evtl. auch schon etwas früher; da ich diese Strecke mit dem Bus fahren wollte, war ich flexibel in meinem genauen Anreisetag. Am Montag telefonierte ich mit John, der mir sagte, ich solle möglichst bald kommen, es wäre etwas Wind angesagt und er hätte sich von Mittwoch bis Montag Urlaub genommen. John war also auch heiß aufs Fliegen und freute sich darauf, ein paar Tage mit Gesellschaft am Hang verbringen zu können. So machte ich mich schon am Dienstag Abend auf die Reise und nahm den 6:30 Uhr Bus in San Francisco, um in die Nacht Richtung Süden zu fahren. Um 2:00 Uhr morgens kam ich in Bakersfield an, wo mich John vom Bus abholte. Nach etwas Quatschen und Simulatorfliegen gingen wir ins Bett, um am nächsten Morgen zum Hang "Weldon" zu fahren. Auf dem Weg zum Hang zeigte mir John noch ein Fluggebiet, welches quasi hinter seinem Haus beginnt (das Erste der kleinen Bilder). Wow, allein schon dieses Gebiet mit Hängen für jede Windrichtung ist VIEL besser als Hanstholm, wo wir hier, von Deutschland aus, regelmäßig mit einer 8-Stunden-Tour hinfahren... Nach etwa einer Stunde Fahrt erreichten wir den Hang Weldon (bei Lake Isabella). Ein schöner und hoher Hang, der aber weniger eindrucksvoll ist, als die umliegenden Hänge. Nur die Lage ist sehr gut: Er liegt mitten in einem breiten, langen Tal, welches den Wind kanalisiert. So wird er sehr gut angeströmt, dies ist auch der Grund, weshalb hier viele der letzten DS-Weltrekorde aufgestellt wurden.
An diesem Tag (Mittwoch) waren etwa 3-4bft Wind und es war recht kalt und wolkenverhangen mit kurzen Schauern zwischendurch. Nach einer kleinen Eingewöhnungsrunde mit dem JW durfte ich Johns Elita fliegen. Während ich mit Freude in dem super Aufwind vor dem Hang herumturnte, forderte John mich auf ins DS zu gehen, was ich etwas ungerne tat: Das Modell war schonmal repariert und hatte recht viel Ruderspiel, ich wusste also nicht, was ich ihm zutrauen konnte und wollte keinesfalls ein fremdes Modell "hinrichten". John aber sprach mir gut zu und wollte meine Fähigkeiten im DS sehen - also los: Es ging schon recht gut an dem Tag, wie ich vorher mit dem JW schon bemerkt hatte. Die Elita beschleunigte gut, machte auch im DS großen Spaß zu fliegen und zeigte keinerlei Schwächen. Die Reisegeschwindigkeit lag bei etwa 120 - 130mph (ca. 200km/h). Plötzlich, während ein paar etwas schnelleren Kreisen, begann ein Querruder zu flattern - OH NEIN - noch während ich das dachte, schwang sich die gesamte Fläche auf und das zweite Querruder flatterte auch; ein lautes Brummen, nun in stereo... Ich hatte den Flieger hochgezogen um die Fahrt abzubauen, doch das Flattern hörte nicht auf, es wurde nur langsamer: Beide Querruder ließen sich nicht mehr steuern, es funktionierten nur noch die Wölbklappen (die aber leider nicht bei Quer mitlaufen) und Höhen- sowie Seitenruder. Glücklicherweise gelang es mir nach einigen Minuten Eiertanz, das Modell mit den verbliebenen Funktionen ohne weiteren Schaden zu "landen". PUHH, Glück gehabt! Es waren auf beiden Seiten die Gewindestange in den Gabelköpfen gebrochen, exakt an der selben Stelle. Sonst war alles in Ordnung. John nahm alles sehr locker und machte sich nichts aus dem Zwischenfall. Wir flogen noch etwas mit seinem Nyx, der im DS auch keinerlei Probleme machte und fuhren dann, als am frühen Abend Sprühregen einsetzte, nach Hause. Insgesamt ein sehr schöner erster Flugtag in Süd-Kalifornien, der beinahe etwas unschöner ausgegangen wäre.




 

Donnerstag 5. März



An meinem zweiten Tag bei John war kein Wind am Weldon. Nach einem Telefonat mit Joe Manor (der Erbauer des "Monsters" *klick*), der uns sagte, bei ihm in Riverside (bei Los Angeles) sei guter Wind angesagt, entschieden wir dorthin zu fahren. Nach 3h Autofahrt - für amerikanische Verhältnisse ein Katzensprung - vorbei an fabelhaften Hangfluglandschaften, erreichten wir seine Werkstatt. Hier hatte ich die Möglichkeit mir seine Formen, die er extra für mich öffnete (dafür braucht er einen Kran oder Gabelstapler...) und seine neue Tragfläche des Dynamic 160 anzusehen. Aufgrund von Flatterproblemen hat er hier Ausgleichsgewichte (in Alurahmen gegossenes Blei) an den Rudern angebracht. Joe zu treffen war sehr nett; er ist sehr offen und freundlich und hat mir alles gerne gezeigt. Die Arbeit, die in seinem Projekt steckt, ist enorm - hier wird nicht gekleckert sondern geklotzt!
Anschließend fuhren wir zusammen an den Hang "Rocky Point North". Dieser ist deutlich kleiner als Weldon, liegt aber auch wieder in einem tiefen und breiten Tal, welches wie eine Düse wirkt. Der Wind war recht gut, doch vor dem Hang trug es fast überhaupt nicht. Man musste gleich nach dem Start ins Lee stürzen und mit dem DS beginnen. Marlan, der mit uns aus Bakersfield gekommen war, flog seinen Nyx und alle anderen mit EPP JWs. Da wir erst am späten Nachmittag am Hang angekommen waren, blieb uns auch nicht mehr allzu viel Zeit, bis es langsam dunkel wurde. Den Abend verbrachten wir dann mit der langen Rückfahrt und etwas Basteln an Johns Opus, der am nächsten Tag zum Einsatz kommen sollte - denn es war wieder guter Wind für Weldon vorhergesagt...







 

Freitag 6. März



Freitag früh war die Windvorhersage nicht mehr ganz so gut, wie am Abend zuvor. Daher ließen wir es ruhig angehen und bastelten noch etwas an ein paar Modellen herum. Gegen Mittag fuhren wir zum Weldon, wo dann der Wind doch deutlich stärker war und einen recht schnellen Tag vermuten ließ. Spencer Lisenby und Matt Desantis waren schon dort und fleißig am Dissen. Spencer hatte an diesem Tag seinen neuen Kinetic 100 dabei, der gerade erst aus der Form geschlüpft war. Das Modell sieht zwar auf den ersten Blick exakt aus wie der Alte, hat jedoch ein neues Profil und damit einen komplett neuen Formensatz bekommen. Spencer flog an diesem Tag beide Modelle, das Alte und das Neue. Es zeigte sich, dass das Neue deutlich effektiver ist und sehr schnell im DS - er erreichte damit 300mph (483km/h), 40mph schneller als jedes andere Modell an diesem Tag. Trotz des, für sehr schnelles Fliegen ausgelegten Profils, ist der Kinetic im Langsamflug noch recht gutmütig und gut kontrollierbar. Auch Spencer ist ein sehr freundlicher und hilfsbereiter Zeitgenosse und es war spannend sich mit ihm über Bauweisen und Auslegungen auszutauschen.
Marlan, John und ich flogen an diesem Tag JW, Mini Blade, Opus und Nyx - es wurde immer munter der Sender getauscht. Mit dem JW konnte ich 172mph (277km/h) erreichen - mit einem EPP Modell. (Der Rekord mit diesem Modell liegt aber noch deutlich darüber: bei 373km/h, WOW). Den Nyx flogen Marlan und ich jeweils bis 315km/h, dann hatten wir aber echt Sorgen um das Modell und gaben an John weiter, der 330km/h erreichte. Dabei bog der Flieger aber schon mächtig, es hätte mich nicht gewundert, wenn er jeden Moment platzt, aber er hat gehalten. Meine größte Geschwindigkeit flog ich an diesem Tag mit dem Opus MCT mit 367km/h. Ein schöner, schneller Tag mit vielen netten Leuten.





 

Sonntag 8. März



Samstag war Flugpause aufgrund fehlenden Windes. Dafür war am Sonntag guter Wind und herrlicher Sonnenschein: Marlan, John, Keith und ich fuhren wieder zum Weldon und verbrachten dort erneut einen sehr schönen Flugtag. Wir "verschwendeten" nicht viel Zeit mit Messen, sondern waren meistens mit mehreren Modellen in der Luft (an allen anderen Tagen flog in der Regel nur ein Modell, war die ganze Zeit im DS und wurde auch ständig gemessen). Ich flog wieder viel mit der Elita (vor dem Hang) und zum ersten Mal durchbrach ich außerhalb Europas knapp die 400km/h Marke mit dem Shockwave von John.
Die Vorhersage für Montag war hervorragend: Es war starker Wind angesagt und die amerikanische DS Elite plante sich am Weldon zu treffen, um den Weltrekord zu brechen. So verbrachten wir den Abend damit, Johns schwere DS Modelle, den Thundertaker und Wizard Compact DSX, vorzubereiten und uns auf den nächsten Tag zu freuen.




 

Montag 9. März - Weltrekordtag



Was an diesem Tag passierte kann im Forum nachgelesen werden: *klick*













 

Video vom Weltrekordtag:


Download Video:

MB

codex

Pilot Modell

km/h

2009-03-09_ds_usa_WR.wmv

61,6

wmv

Spencer Lisenby Kinetic 100 631
      John Buxton Thundertaker 576
      Jaro Ufer Thundertaker 547
      Jason Lilly Thundertaker 513
      ...und viele mehr... siehe Video
 
Screenshots:

                 



 

Link zum Thema im Forum

 

Übersicht Stories