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5 Dietmar Metz - DS mit 356 km/h / 221 mph
Ein Telefonanruf von Dietmar aus Wales ............ er erwischt einen starken Wind an einem neuen Spot ......... und erreicht am Freitag, den 13.Mai 05 ......... einen neuen "DS-Europa-Rekord" mit seinem Nyx F3F DS !!
Hier der Text und die Fotos, zugesandt und erstellt von Bernhard Thurner & Dietmar Metz (vielen Dank dafür!) Beim HangfIiegen in den Vogesen im letzten Herbst überlegten wir - Joe Mnich, Bernhard Thurner und Dietmar Metz - im nächsten Frühjahr zum Fliegen nach Großbritannien zu fahren. Wir wollten uns den Peak District anschauen und waren natürlich heiß darauf, einige DS-Spots auszutesten. Dietmar war schon einmal am Rushup Edge gewesen, konnte aber wegen Landregen gepaart mit dickem Nebel nur die nahegelegene Höhle besichtigen. Diesmal haben wir keine kryptologische Expedition gemacht, da die Windverhältnisse schon gut waren und sich täglich verbessern sollten. Am Dienstag, dem 9. Mai war es so weit. Dietmar, Bernhard und eine Kiste mit fünf Fliegern flogen von Frankfurt nach Manchester. Joe konnte krankheitsbedingt leider nicht mitkommen. Im Flughafen von Manchester hatten wir das Vergnügen mit anzusehen, wie unsere Fliegerkiste hoch oben auf dem Gepäckwagen, natürlich ungesichert, über das Vorfeld rollte, zum Glück viel nur ein fremder Koffer herunter. Dafür kam die Fliegerkiste dann später in der Gepäckausgabe im Tiefflug über das normale Band geschossen, es krachte zwar erstmal ordentlich, aber die Wende packte sie trotzdem nicht. Mittags flogen wir am Rushup Edge im Peak District, ein Wahnsinns Nordhang mit einer Kante von ca. 1km Länge.
Das es hier gut geht hatte sich wohl auch bei den Paragleitern rumgesprochen - dutzende Schirme an der Kante oder in großer Höhe störten unsere Rückraumaktivitäten jedoch nicht. Am Abend beschlossen wir, am nächsten Tag zum Brecon Beacons Nationalpark in Südwales zu fahren. Thomas Merzhäuser hatte uns diesen Tip gegeben. Eine gute Entscheidung, wie sich in den nächsten Tagen herausstellen sollte - in fast 20 Jahren Modellsegelflug haben wir beide noch nie ein solches Traumgebiet gesehen: grasgrüne, unbewachsene und supersteile Hänge und Kessel in jeder Himmelsrichtung, viele hundert Meter hoch, Kilometer breite scharfe Kanten und Spitzkämme - lediglich der benachbarte Parkplatz mit zuführender Straße ist noch nicht angelegt (wandern macht ja auch Spaß, oder?). Am Mittwoch folgten wir einem Hinweis von www.dynamic-soaring.co.uk und bestiegen den Skirrid, einen 486m hoher Ost- und Westhang. Ein supernettes Rentnerehepaar zeigte uns den Weg, durch einen Knoblauchkorridor vorbei an einem Blauglöckchenmeer. Ein toller DS-Hang, nur der Sturm fehlte. Abends bezogen wir unser Quartier in der Jugendherberge Danywenallt (Danywenallt@yha.org.uk) nahe dem Hauptkamm der Brecon Beacons. Am Donnerstag gingen wir auf Erkundungstour und erwanderten den höchsten Gipfel, den 880m hohen Pen y Fan. Unterwegs liefen wir an zahlreichen Kesseln vorbei (leider können sich die Autoren nicht auf eine genaue Zahl einigen), am Nachmittag nach 6 Wanderstunden: "der Hang", ca. 2km südlich des Pen y Fan. Schmaler Spitzkamm in NordW-SüdO-Verlauf (Wind 70° bzw. 230°), beidseits ca. 30-40° Steile und gut 250 m Hanghöhe (beidseits selbstverständlich), bis auf Gras völlig unbewachsen, die nutzbare Hangbreite für DS ca. 500 Meter. Hier wurde der Nyx seinem Element übergeben, vor der Kante und dahinter. Um es kurz zu halten - so was haben wir noch nicht erlebt. Leider fehlten Radarpistole und Ballast. Das Ziel für den nächsten Tag, an dem 50-60 und in Böhen bis zu 80 km/h Ostwind gemeldet waren, stand also fest. Diesmal wanderten wir auf direktem Weg und parkten bei einem Wasserreservoir - knapp zwei Stunden ist man aber unterwegs und an einer steilen Rinne führt kein Weg vorbei (schwitz!). An der Kante zu laufen war am Freitag unmöglich, wurde man doch sprichwörtlich weggeblasen. Im benachbarten Moor gab es dafür eher erdanziehende Kräfte. Die Windrichtung stimmte genau und auch die am Morgen tief hängende Wolkendecke stieg langsam auf ein vernünftiges Niveau an. Nach ausgiebigen Vorbereitungen (ballastieren auf 4kg, sichern der Haube mit Klebeband, Bananen und heißer Tee, drei Paar Hosen, Schutzwall aufbauen,.....) ging es los. Viele Elektroflieger wären bei dem Steigen im Luv vor Neid erblasst. Erster Kreis mit 157mph, Kommentar: "Ich krieg Dich gut gemessen" - 177mph - 10 Sekunden später: "Ich krieg Dich nicht mehr gemessen". Es war klar, dass weniger das fliegen hoher Geschwindigkeiten als das Messen problematisch werden sollte. Nach wenigen Runden kreiste der Nyx mit über 200mph. Länger fliegen als 5 Minuten (das entspricht ca. 300 Wenden) war vor Anstrengung und Kälte nicht möglich - wie gut dass ein zweiter Pilot "bereitlag" und übernehmen konnte. Nach einigen Versuchen fanden wir die optimale Bahn: 197, 192, nicht messbar, 221, 194, 220, "Uhaaaa jetzt hör'n wir auf". Video Dietmar Metz mit 221 mph short Video Dietmar Metz mit 221 mph long Es wäre bestimmt noch mehr drin gewesen, aber wegen einsetztender Thermik, Turbulenzen und nachlassender Konzentration sowie Freude über die geflogene Geschwindigkeit und einen heil gelandeten Flieger traten wir glücklich den Rückmarsch an. Zu Hause wollen wir den Rumpf weiter versteifen, um "sicher" noch schneller fliegen zu können.
Dies war bestimmt nicht unser letzter Ausflug nach Wales......... Bernhard Thurner & Dietmar Metz
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